Tag 44 – Versuchungen am laufenden Bande

Jetzt bin ich auf dem Endspurt angelangt; bis Ostersonntag geht meine Challenge noch und ich bin das letzte Mal davor in meinem Hauptjob arbeiten, wo es alle Nase lang Geburtstage und sonstigeFeiern gibt. Es ist fast schon alles in trockenen Tüchern, doch die Versuchungen nehmen zu und wollen mich zu Fall bringen.

  1. Es gab Pizza für alle. Riesengroße, fettige, geile Pizza. Duftend wurde eine ganze Wagenladung davon von einem freundlichen Lieferanten per Rollwagen in die Küche gefahren, damit sich gut 150 Menschen daran ergötzen konnten… Und es gab sie tatsächlich, die vegane Alternative.
    Mit geschmacklosen Oliven, labbrigen Artischocken und etwas, das entfernt wie Paprika aussah. Natürlich war die Pizza ohne Käse. Offenbar müssen Oregano, Basilikum und alle anderen denkbaren Gewürze auch tierischen Ursprungs sein – Geschmack fehlte nämlich ebenfalls vollkommen.
    Dennoch habe ich mich begnügt und habe die vor Käse und vor Wohlgeruch nur so strotzende „echte“ Pizza verschmäht.
  2. Der Osterhase war auch da und hatte Schokoladeneier, unter Anderem neben Druckern, Designmaterialien und Kaffeemaschinen, versteckt. Da ich zufällig im Moment des Anpfiffs der offiziellen Ostereisuche meiner Kaffeesucht gefrönt habe, konnte ich eines der köstlichen Eier ergattern – und habe seine in Vollmilch gewandte, nussnougatartige Köstlichkeit weiterverschenkt an jemand Bedürftiges. Zumindest machte die Kollegin einen Gesichtsausdruck, als wäre sie das.
  3. Es gibt zum Abschied einer Kollegin gemischte Tüte – wie das, was man früher für ’ne Mark beim Büdchen bekommen hat, von einer dicken, teigigen, unglaublich freundlichen Frau, die sich einfach immer hinter ihrer Ladentheke befunden hatte, um jedermann tausend und eine nützliche Sache zu verkaufen und ein Schwätzchen in breitem Akzent zu halten.
    Die Tüte war allerdings derart überzeugend, dass ich sie zumindest eingesteckt habe – für Sonntag.

Ich bin clean geblieben. Ostern kann kommen. 😉

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Tag 17 – Methadon und Epo

Nachdem ich gestern über einen starken Pizzaentzug gemeckert habe, habe ich abends einen Tipp, der heute Morgen in meiner Kommentarspalte stand, vorweggenommen; ich habe einen Hefeteig-Pizzaboden gemacht und da viele leckere Dinge draufgeschmissen – Zucchini, Paprika, Tomaten, Pilze, und reichlich Zwiebeln.

Ich will mich nicht beschweren, das Essen war sehr lecker und hat meinen Hunger nach Weizenmehl, Oregano und Knoblauch gestillt.
Und es ist doch nur das, was Methadon für einen Heroinjunkie ist.
Allerdings habe ich mir fest vorgenommen, diese Hefe-Cashew-Fakekäse-Sache zu probieren, die allenthalben erwähnt wird – meistens wird es allerdings in der Luft zerrissen. Vielleicht bekomme ich auch irgendwo diesen vielbeschworenen Analogkäse zu kaufen, der vor ein paar Jahren die Schlagzeilen rauf- und runtergeprügelt wurde als hinterfotziger Betrug am Kunden.

Wenn der Betrug am arglosen Kunden so gut funktioniert hat, dann muss das Zeug ja gut sein – und ja, jetzt wird wieder gesagt, dass das ja nicht natürlich sei, aber das interessiert mich genauso wie ein umgefallener Sack Reis in Quanzhou.
Natürlich ist das nicht natürlich, aber was ist das schon? Und natürlich ist nicht gleichzusetzen mit gut, wie man beispielsweise beim natürlichen Verhalten eines Krebsgeschwüres (wachsen) beobachten kann.
Was mich gestern total gefreut hat, steckt in drei Zahlen. -3, 13, 1:25, 0.

Obwohl gestern Abend schweinekalte -3 Grad Celsius auf meinem Smartphone vor Outdooraktivitäten warnten, bin ich dennoch 13 Kilometer gelaufen – zwar keine Bestzeit (ich schiebe 100% der Verantwortung den immerroten Ampeln zu) aber zumindest für 2018 meine persönliche Bestweite.

Der Clou dabei: Ich bin bisher noch immer 0 erkältet, obwohl mein Zuhause und meine beiden Arbeitsstellen die reinsten Schnupfenlazarette sind – Veganismus sei Dank?